Was kostet eine Woche Camping wirklich ? Reden wir mal Klartext
Camping gilt ja als der günstige Urlaub schlechthin. Zelt einpacken, Auto vollladen, los geht’s – und am Ende zahlt man fast nichts, oder ? Tja. So einfach ist es leider nicht. Ich hab in den letzten Jahren ziemlich viele Wochen auf französischen Campingplätzen verbracht, und ehrlich gesagt : die Spanne, was so eine Woche kostet, ist riesig. Von „kaum spürbar“ bis „warte mal, das war jetzt teurer als ein Hotel“ ist alles dabei. Die Frage ist also nicht ob Camping günstig ist, sondern wie man es günstig hält.
Bevor wir ins Detail gehen, ein praktischer Hinweis : Wer für Frankreich konkrete Plätze und Preise vergleichen will, statt sich auf mein Bauchgefühl zu verlassen, schaut am besten direkt auf https://www.les-meilleurs-campings.fr – da kriegt man einen viel besseren Überblick über die tatsächlichen Tarife je nach Region und Saison. Und genau die Saison ist der Punkt, an dem die meisten ihr Budget unterschätzen. Klar.
Der größte Brocken : Stellplatz oder Mobilheim ?
Hier entscheidet sich fast alles. Wenn ihr mit eigenem Zelt oder Wohnwagen anreist, zahlt ihr für den reinen Stellplatz in Frankreich grob 15 bis 35 € pro Nacht – kommt drauf an, ob ihr am Meer seid oder im Hinterland, und natürlich auf die Sterne-Kategorie. Auf eine Woche gerechnet sind das also etwa 120 bis 250 €. Noch im Rahmen.
Mietet ihr dagegen ein Mobilheim, sieht die Welt anders aus. In der Nebensaison – sagen wir Mai, Juni, September – bekommt man eins schon ab 300 bis 600 € die Woche. Aber im Juli und August ? Da geht’s bei vielen Plätzen erst bei 700 € los, und bei den schicken 4- und 5-Sterne-Anlagen mit Wasserpark und allem Drum und Dran landet man locker bei 1000 bis 1400 € für sieben Nächte. Mich hat das beim ersten Mal echt überrascht. Ein Mobilheim in der Hochsaison an der Atlantikküste – das ist kein Schnäppchen mehr.
Mein ehrlicher Rat : Wenn ihr flexibel seid, verschiebt euren Urlaub auf Ende Juni oder Anfang September. Gleicher Platz, gleiches Meer, halber Preis. Und weniger Leute. Win-win.
Die versteckten Kosten, an die keiner denkt
Und jetzt kommen wir zu den Sachen, die auf der schönen Buchungsseite gern mal kleingedruckt sind. Die Kurtaxe (in Frankreich „taxe de séjour“) zum Beispiel : meist 0,20 bis 2 € pro Person und Nacht. Klingt nach nichts. Aber rechnet das mal für eine vierköpfige Familie über sieben Nächte hoch – da kommen schnell 20 bis 50 € zusammen.
Dann der Strom. Auf vielen Plätzen ist der nicht im Stellplatzpreis drin und kostet extra, so 4 bis 7 € pro Nacht. Die Kaution fürs Mobilheim (oft 100 bis 300 €) kriegt ihr zwar zurück, müsst sie aber erstmal vorstrecken. Und die Endreinigung ? 50 bis 80 €, wenn ihr nicht selbst putzen wollt. Kennt ihr das, wenn am Ende die Rechnung 200 € höher ist als gedacht ? Genau da kommt’s her.
Essen, Sprit und der ganze Rest
Verpflegung ist der Posten, den man am leichtesten steuern kann. Wer selbst kocht – und beim Camping kocht man ja meistens selbst – kommt für eine Familie locker mit 50 bis 80 € pro Tag aus, je nach Appetit und ob man sich abends mal einen Apéro gönnt. Der Platzimbiss mit Pommes und kühlem Bier ist verlockend, ich weiß, aber der frisst Budget. Perso versuche ich, höchstens zweimal die Woche essen zu gehen.
Die Anreise nicht vergessen. Sprit von Deutschland an die französische Küste, Hin- und Rückfahrt, plus die Mautgebühren auf den französischen Autobahnen – das können schnell 250 bis 400 € sein. Bei den Maut-Stationen wird einem manchmal anders, ehrlich.
Rechnen wir’s mal zusammen
Damit ihr ein Gefühl bekommt, hier zwei realistische Beispiele für eine Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder), eine Woche in Frankreich :
Sparvariante – eigenes Zelt, Nebensaison : Stellplatz inkl. Strom ca. 200 €, Kurtaxe 30 €, Essen 350 €, Sprit und Maut 350 €. Macht rund 930 €. Aktivitäten noch nicht eingerechnet.
Komfortvariante – Mobilheim, Hochsaison : Unterkunft 900 €, Kurtaxe 40 €, Endreinigung 70 €, Essen 450 €, Sprit und Maut 380 €. Da steht man dann bei rund 1840 €. Und das ist noch ein eher moderater Platz.
Sieht man’s ? Zwischen den beiden Wochen liegt fast das Doppelte. Beides ist „eine Woche Camping“ – aber das Erlebnis und der Geldbeutel fühlen sich völlig anders an.
Wie ihr wirklich spart
Ein paar Dinge, die bei mir über die Jahre funktioniert haben. Erstens, wie gesagt : raus aus der Hochsaison. Das ist mit Abstand der größte Hebel. Zweitens, früh buchen – die guten Plätze zu fairen Preisen sind im Februar oft schon weg. Drittens, Strom und Extras vorher checken, nicht erst vor Ort staunen. Und viertens, vielleicht das Wichtigste : einen kleineren, familiengeführten Platz statt der großen Ferienfabrik wählen. Weniger Pool-Rutschen, klar, aber oft halb so teuer und doppelt so herzlich.
Also, was kostet eine Woche Camping ? Irgendwo zwischen 900 und 1900 € für eine Familie, würde ich sagen – mit allem drum und dran. Es kommt halt drauf an, was ihr wollt. Und ehrlich, manchmal ist die einfache Zeltwoche im September die schönere. Aber das müsst ihr selbst rausfinden.


